Eindeutig scharf

Steiermark Kultur | JOHANNES FRANKFURTER | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

OPER Bizets "Carmen" als Eröffnungspremiere der styriarte. Ein Ereignis. 

Erinnerung, Traum und Albtraum eines zum Tod Verurteilten. Ein Gefängnis, aus dem nur das Sterben hinausführt. Bilder voll visueller Eindringlichkeit entstehen auf der Bühne der Grazer Helmut-List-Halle, verrätselte Traumsequenzen, die dem Zuseher das Nachdenken und Mitfühlen jenseits eingefahrener Klischees nicht ersparen. Schlüssig und logisch, auch konsequent geht es da nicht zu, ein "klares Konzept" ist nicht auszumachen. Was Andrea Breth mit ihrer Inszenierung von Georges Bizets "Carmen" in der Grazer List-Halle auf die Einheitsbühne von Annette Murschetz wuchtet, ist oft verstörend, verwirrend.

  Don José, das ist klarer Ausgangspunkt, fantasiert knapp vor seiner Erschießung noch einmal seine Biografie. Aber auch im Albtraum bleibt genug Spielraum für Kritisches: Die brutalisierte Männergesellschaft einer (Franco-?) Diktatur, in der die Kinder schon als Soldaten missbraucht werden, in der die


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