Mehr Parkraum

Steiermark Kultur | BARBARA PREDIN | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

KUNST Im Stadtpark von Maribor hinterlässt die Jugend abends ihren Mist, tagsüber füttern Pensionisten Schwäne. Nun gibt es hier ein Kunstprojekt. 

Das Slowenische "Tu" heißt auf Deutsch "hier". In Maribor heißt so der Verein für die Förderung und Entwicklung der Kultur (drusÇtvo za promocijo in razvoj kulture), und TU steht für so was wie den Vereinszweck: Kunst raus aus den "weißen Würfeln" - den Ateliers und Galerien -, so Kuratorin Petra Kap, und hinein in den öffentlichen Raum zu bringen. TU war auch schon im Vorjahr in diesem Sinn aktiv. Mit der Kunstaktion "neVIDNI prostori" sollten "unSICHTBARE" Räume (Schaufenster, Denkmäler, Plätze) durch merkwürdige Interventionen wieder wahrnehmbar gemacht werden. Zapis v/iz prostor/a (Vermerk im/aus dem Raum) spinnt diesen Gedanken heuer weiter. Der öffentliche Raum soll dabei zugleich zum Atelier und Ausstellungsort junger slowenischer Künstlerinnen und Künstler werden. Der Stadtpark von Maribor soll zur Ausstellung werden. Hier, wo zwischen Aquarium, Promenade und Pavillon sonst höchstens jugendliche Sprayer ihre Vermerke hinterlassen, sollen junge slowenische Künstler zwischen 1. und 3. Juli ihre Installationen ausstellen - und so eine Ausstellung installieren.

  Konkret wird der Stadtpark als Natur-Raum in urbaner Umwelt thematisiert. Im Zentrum steht der Dialog zwischen den Konstrukten des Urbanen und Natürlichen. Zu sehen sein werden Arbeiten unter anderen von Iztok Maroh und Simona SÇ uc. Katja Majer will mit flüchtigen "Short Messages" im Natur-Raum an diesen "erinnern"; wem das nicht hilft, der sollte nach PrimozÇ SelisÇkar Ausschau halten. Der hortet laut Auskunft der Kuratorin bereits indischen Kuhmist und freut sich auf die "interessanten Reaktionen" des urbanen Publikums auf seine olfaktorischen Skulpturen.


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