Besser als ein Kreuzzug

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

AUSLAND Was bedeutet der Paradigmenwechsel gegenüber verbündeten arabischen Regimes in der US-amerikanischen Außenpolitik? 

Gegen die weltpolitischen Visionen der Regierung Bush kann man mit gutem Recht so manches vorbringen. Aber wie Condoleezza Rice vergangenen Monat den wichtigsten Verbündeten der USA in der arabischen Welt die Leviten gelesen hat, verdient Respekt. Unbekümmert um die Sensibilitäten des saudischen Königshauses legte die amerikanische Außenministerin in Riad hörbaren Protest gegen die langjährigen Gefängnisstrafen für drei Dissidenten ein, die es gewagt hatten, eine konstitutionelle Monarchie zu fordern. Der perplexe saudische Kollege hat so viel direkte Widerrede offensichtlich noch nie erlebt wie bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem amerikanischen Gast. Nicht viel besser ging es dem ägyptischen Außenminister, der ein Streitgespräch vor laufenden Kameras riskierte, als Rice ein Ende des seit der Ermordung Anwar al-Sadats geltenden Ausnahmezustandes


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige