Der Mut zum Fleck

Politik | EVA BLIMLINGER | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

NS-AUFARBEITUNG Fünf Jahre nach ihrer Ankündigung legt die SPÖ nun ihren endgültigen Bericht zu den "braunen Flecken" der Partei vor. Wirklich mutig wirkt sie dabei nicht. 

Als im April 2000 der designierte SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer gemeinsam mit dem heutigen Bundespräsidenten Heinz Fischer anlässlich der anhaltenden Diskussion um den ehemaligen NS-Arzt Heinrich Gross verkündete, die Partei wolle sich der Vergangenheit stellen, konnte man dies nur mit "Na endlich!" oder "Wieso erst jetzt?" kommentieren. 55 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus, nachdem die Generation der Akteure der Nachkriegspolitik der SPÖ nicht mehr in Ämtern oder tot war, schien dieses Vorhaben risikolos: "Man muss den Mut haben einzugestehen, dass auch die SPÖ in der Nachkriegszeit bei einzelnen Entscheidungen oder Entwicklungen Fehler begangen hat, die aus heutiger Sicht nicht zu beschönigen, sondern kritisch zu hinterfragen beziehungsweise zu kritisieren sind", so Gusenbauer in seiner Erklärung


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