Der rosa Winkel

Politik | GUDRUN HAUER | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

NS-AUFARBEITUNG Nach sechzig Jahren werden wegen ihrer sexuellen Orientierung Verfolgte nun endlich von der Republik als NS-Opfer anerkannt. Für fast alle Betroffenen kommt das Gesetz aber zu spät. 

Zwischen 6000 und 10.000 Männer wurden vom NS-Regime wegen ihrer Homosexualität in Konzentrations- und Vernichtungslager des Dritten Reichs zwangseingewiesen; zwei Drittel dieser KZ-Insassen, die als Erkennungsmerkmal einen rosa Stoffwinkel an ihrer Häftlingskleidung tragen mussten, wurden ermordet. Lesbische Frauen trugen den schwarzen Winkel der sogenannten "Asozialen"; auch von ihnen überlebte die Mehrzahl nicht. Zwischen den Jahren 1933 und 1945 in Deutschland und 1938 und 1945 in Österreich stieg die Anzahl der Verurteilungen wegen Verstoßes gegen das Verbot homosexueller Sexualakte drastisch an - verglichen mit den Jahrzehnten zuvor.

  Homosexuelle Männer, aber auch Frauen, waren in den Konzentrationslagern keine Häftlinge wie andere, sie rangierten in der Lagerhierarchie ebenso


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