Das gute Alte

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

POLITISCHES BUCH Der Soziologe Richard Sennett analysiert hellsichtig den neuen Kapitalismus - trotzdem durchzieht ein kulturkritischer Mief sein Buch. 

Der Kapitalismus ist nicht nur eine Produktionsweise, er zeitigt auch kulturelle Effekte. Jede Phase in der rund 300-jährigen Geschichte der auf privater Akkumulation und freien Märkten basierenden Produktionsweise hat noch ihren eigenen "Geist" entwickelt. Und dieser Geist regelt nicht nur die Marktbeziehungen, er schlägt auch auf die Individuen durch.

  Was das konkret für Gemeinschaften und den Einzelnen bedeutet, ist das große Thema des amerikanisch-britischen Soziologen Richard Sennett. In seinem neuen Buch "Die Kultur des neuen Kapitalismus" spinnt er den Faden weiter, den er in "Der flexible Mensch" und "Respekt im Zeitalter der Ungleichheit" aufgenommen hat. Diesmal lautet die Frage des Professors an der London School of Economics: Wenn der neueste Kapitalismus tatsächlich eine Kultur der Bindungslosigkeit entwickelt, entstehen


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