Und täglich grüßt gotv

PATRICIA MUSSI | Medien | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

FERNSEHEN Seit fast drei Jahren ist der Musikvideokanal gotv auf Sendung - und kommt trotz Dauerwerbung bei den Kommerzverweigerern bestens an. 

Aha. The Coral treiben sich in Gemälden von van Gogh und Munch herum, die Kaiser Chiefs machen einen auf Pulp und System of a Down haben den Pudelrock neu entdeckt - oder zumindest die Dauerwelle. Dazwischen verrät Chris Cornell von Audioslave das Erfolgsrezept seiner Band: "Wir sind immer Audioslave geblieben."

  Im Jahr 2005 wirkt Musikfernsehen, also das unausgesetzte Abspulen von Musikvideos, versetzt mit dem obligatorischen "Hi, we're X and you're watching Y", einigermaßen anachronistisch. Deshalb gibt es auf MTV (in Worten: music television) ja auch fast nur mehr Hotelkettenerbinnen und missglückte Dates zu sehen. Das klassische Popvideo, in den Achtzigern und Neunzigern zu einer veritablen Kunstform aufgelaufen, hat längst an Stellenwert verloren, während Bands ihre Imagepflege und Eigenwerbung nunmehr mittels immer aufwendiger gestalteter

  956 Wörter       5 Minuten
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