Kommentar

Live 8: Kann Pop die Welt verändern?

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

Vor zwanzig Jahren schien alles ganz einfach: Der irische Rockmusiker Bob Geldof hatte sein Herz für die hungernden Kinder in Afrika entdeckt, das Allstar-Projekt Band Aid und das in alle Welt übertragene Konzertgroßereignis "Live Aid" initiiert und so Hunderte Millionen an Spendengeldern für den Schwarzen Kontinent lukriert. Geldof wurde zum Helden stilisiert, zum Rock-'n'-Roll-Heiligen; lediglich die britischen Popanarchos Chumbawamba warfen ihm mit ihrer Konzeptplatte "Pictures of Starving Children Sell Records" vor, dass seine Arbeit die historischen Ursachen der katastrophalen Situation Afrikas ausblende, diese auf Naturgewalten reduziere und notwendige politische Maßnahmen durch ein Wohltätigkeitsspektakel ersetze, das über die Umwegrentabilität erhöhter Plattenverkäufe letztlich nur den beteiligten Künstlern zugute käme.

Fast scheint es, als hätte Geldof sich diese Kritik zu Herzen genommen. "Im Jahr 2005 brauchen wir Ihre Stimme und nicht Ihr Geld", lautete der Tenor


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