Hurra, die Schule brennt

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

KUNST Der Künstler Joep van Lieshout zeigt im Mak düstere Modelle imaginärer postindustrieller Diktaturen. Zu Hause in der Rotterdamer Lagerhalle lässt er seine Mitarbeiter schuften wie im alten Manchester. 

Anfang Juni blüht im Rotterdamer Hafen der Holunder. Mohnblumen sprenkeln den schmalen Streifen zwischen dem Wasser und den Lagerhallen. Im zweitgrößten Hafen der Welt reihen sich die Kathedralen des globalen Containerverkehrs aneinander. Kein Logo nennt auf den monochrom weißen Fassaden den Namen des Handelsherren. Lastkraftwagen docken sich rückwärts an die klimatisierten Innenräume an, saugen Güter auf für die Supermarktregale zwischen Göteborg und Neapel.

  Nur ein Gebäude ist anders, das Atelier von Joep van Lieshout. In der Atelier van Lieshout GmbH (AVL) wird produziert, nicht nur gelagert und verladen. In den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts goss der Architekt des ehemaligen Baumwolllagers die Technikgläubigkeit des Industriezeitalters in Stahlbeton,


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