AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

Wo genau "Molwanien" liegt, verschweigen die Autoren geflissentlich. Ein paar Anhaltspunkte geben sie doch: Der Müll des kleinen Landes wird über die slowakische Grenze gekippt, und der mächtige Strom des Landes fließt westwärts nach Deutschland, wo man ihn als "Sachsengully" kennt. So nimmt es auch nicht wunder, dass ein Glas molwanisches Leitungswasser achtzig Prozent des Jahresbedarfs einer Person an Spurenelementen und Kolibakterien enthält. Santo Cilauro, Tom Gleisner und Rob Sitch haben alle möglichen bösen Vorurteile über osteuropäische Staaten in Form eines Reiseführers politisch unkorrekt und eben: ziemlich lustig aufbereitet. Zugleich ist "Molwanien. Land des schadhaften Lächelns" eine gelungene Persiflage auf die üblichen Polyglott- oder Marco-Polo-Formate - inklusive Insidertipps, Hotelbewertungen und Stadtplänen. Nicht zu vergessen: das ausgesuchte und wunderbar kommentierte Bildmaterial. Weil sich die Späße dann doch ein wenig abnützen, ist es doch erstaunlich,


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