Voyeure unter sich

KARIN CERNY | Special | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

THE PEEPING TOM COLLECTIVE Die belgische Gruppe erzählt in "Le Salon" von einer seltsamen Familie und ihren verdrängten Tabus: Ibsen mit anderen Mitteln. 

Fauteuils stehen herum, ein Bett, Kästen und allerlei Krimskrams. In dieses Zimmer könnte man problemlos sofort einziehen und dort leben - wenn es nicht so muffig wäre. Für "Le Salon" hat die belgische Gruppe The Peeping Tom Collective eine Bühne kreiert, die so gar nicht wie für eine Tanzperformance geschaffen wirkt. Es ist ein Wohnzimmer, das viel erlebt hat, in dem unzählige Geschichten konserviert sind. Es ist realistisch bis ins Detail und sieht dermaßen echt aus, dass man darin eher eine psychologisch fein geschliffene Inszenierung eines Stücks von Tschechow oder Ibsen erwarten würde.

  "Als wir den Raum zum ersten Mal sahen, waren wir auch unsicher und hatten Angst, dass er zu klassisch aussieht", erinnert sich Franck Chartier von Peeping Tom. Die Geschichte ist zwar ganz und gar nicht altmodisch, mit Ibsen aber

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