Kein Sportstück

Special | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

BERND BIENERT Der Wiener Choreograf hat sein Jelinek-Ballett "Unruhiges Wohnen" neu einstudiert. 

Eine Zeitungsmeldung, wie man sie alle paar Jahre wieder liest: Eltern haben ein schreiendes Baby so schwer misshandelt, dass es gestorben ist. Anfang der Neunzigerjahre hat Elfriede Jelinek auf Basis einer solchen Schreckensmeldung den Text "Unruhiges Wohnen" geschrieben, ein Auftragswerk für das Ballett des Opernhauses Zürich. Jelinek sprach den Text auf Band, ihre Stimme wurde von Komponist Roman Haubenstock-Ramati (1919-1994) elektronisch verfremdet, aus Literatur wird Klang.

  Ballettdirektor in Zürich war damals Bernd R. Bienert. Der 43-jährige Wiener war 1982 einer der jüngsten Choreografen in der Geschichte der Wiener Staatsoper und arbeitet fallweise auch im Sprechtheater. 1988 inszenierte er in Bonn die Uraufführung von Jelineks "Wolken. Heim." und war von der Musikalität des Textes begeistert (am Wiener Volkstheater hat Bienert 1999 Jelineks Robert-Walser-Hommage "er nicht


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