Das Manns-Bild

Special | ELFI OBERHUBER | aus FALTER 27/05 vom 06.07.2005

CHRIS HARING Der Choreograf entspricht nicht dem Klischeebild des Tänzers. Genau das macht seine Arbeit so spannend. 

Chris Haring ist der verkörperte Widerspruch in Sachen "Männlichkeitsbilder". Einerseits tanzt er mit dem Körper eines "richtigen" Mannes und lässt verbal schon mal den Macho raushängen ("bevor ich zu tanzen begann, habe ich immer gehört, alle Tänzer sind schwul und essen nur Joghurt"). Andererseits zeigt er bei ImPulsTanz zum hundertsten Mal (!) sein 1998 produziertes und in der Zwischenzeit zum Welterfolg gewordenes Solo "D.A.V.E.", in dem die Grenzen zwischen Mann und Frau verschwimmen. Harings neues Stück "kind of heroes" wiederum behandelt ein typisches "Männerthema", wobei sich ironischerweise lauter "Loser" - zwei Frauen und ein "weiblicher" Mann - ihrer Körper schämen, weil sie nicht dem des Popidol-Helden entsprechen. Wie sehr tangiert Haring das Genderthema also wirklich? Und wieso gilt Tanzbegeisterung für so viele "richtige" Männer noch immer


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