Beruhigung als Pflicht

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Über Terror, Coolness und Ruhe, symbolischen Kampf und die Ansteckungsgefahr des Bösen.

Der Terror in London, breit kommentiert auch in diesem Blatt, hat als Reaktion am Ort weniger Panik und Entsetzen als vielmehr die vielgerühmte britische Coolness hervorgerufen; in der Tat war das Erste, was auffiel, als man aufgeschreckt die Fernsehbilder betrachtete, die seltsame Ruhe und Ordnung an den Tatorten, die nicht allein damit zu erklären waren, dass die Bomben im Untergrund detoniert waren und sich damit das Schauspiel den Kameras und aufnahmebereiten Handys entzog. Es gab keine in Panik davonstiebenden Massen, niemand stürzte sich aus Todesangst in den Tod, keine Oh my God-Schreie waren zu hören, kein Rauch, kein Feuer waren zu sehen, nur das geordnete An- und Abfahren von Rettungsfahrzeugen. Und das meistgedruckte Bild war das jenes Angestellten mit dem schiefen Kopfverband und der Wasserflasche unter dem Arm, der aussah, als hätte er seinen Job eben nur


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