Ein Armutszeugnis

MARTIN SCHENK | Vorwort | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

KOMMENTAR Rund 100.000 Menschen leben bereits von der Sozialhilfe. Wo bleibt der politische Wille, das zu ändern? 

Stellen Sie sich vor, ganz Innsbruck verarmt: Eine ganze Stadt mit 100.000 Einwohnern lebt nur mehr von der Sozialhilfe. Von 60.000 auf 100.000 Menschen ist in Österreich die Zahl der Sozialhilfeempfänger in den letzten drei Jahren angewachsen. Davon sind auch 30.000 Kinder und Jugendliche betroffen.

  In den sogenannten "Sozialhilfehaushalten" werden meist zuerst die Ausgaben für Bildung und Kultur zurückgeschraubt, braucht man das Geld doch für Wichtigeres, nämlich für Wohnen und Essen. Aus der Armutsforschung weiß man: Je stärker eine Gesellschaft auseinander driftet, desto mehr Dauerarmut existiert. Damit sinken besonders auch die Zukunftschancen benachteiligter Jugendlicher.

  Dabei sollte die "offene" Sozialhilfe als unteres soziales Netz dienen. Sie sollte all jene Risken abfangen, die in den vorgelagerten Sozialsystemen nicht oder unzureichend abgesichert

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