"Alle wissen, was los ist"

Politik | ROBERT ROTIFER / London | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

LONDONER ATTENTATE Wenn diese Stadt, so ein Bekennerschreiben, "vor Angst, Schrecken und Panik brennen" sollte, dann hat es ihren Einwohnern offenbar niemand gesagt: Die phlegmatische Reaktion der Londoner auf die Anschläge der letzten Woche hat viele Wurzeln. 

Als der Sonntag nach London kam, war die Wolkendecke der Vortage vom Himmel verschwunden. Die Wiesen der Parks waren dicht gefüllt mit sorglos sich sonnenden Menschen, und auf den Gehsteigen stellten Männer ihre nackten Oberkörper zur Schau. Nichts erinnerte an die düsteren Ereignisse des vergangenen Donnerstags, abgesehen vom manchmal nahen, manchmal fernen Flattern der Polizeihelikopter, die wie fette Fliegen in ihren undurchschaubaren Routen über dem Stadtzentrum schwirrten, gelegentlich schwebend verweilten und wieder weiterzogen. Das Heulen der Sirenen war öfter als sonst zu hören, hin und wieder tauchten neue Straßensperren auf, in den U-Bahnen gab es immer noch mehr Polizeipräsenz und alle Viertelstunden einen Sicherheitsalarm.


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