"Lauter Phantome"

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

LONDONER ATTENTATE Der UN-Experte und Botschafter Thomas Stelzer über unvermeidbare Anschläge, das Franchiseunternehmen El Kaida, den vergeblichen Krieg der USA und die Lehren aus dem Kampf gegen Stechmücken. 

Die Zeiten, als Wien Drehscheibe der Weltdiplomatie war, sind zwar vorbei. Aber immerhin ist die Stadt noch einer von drei Sitzen der Vereinten Nationen - und beherbergt damit die UN-Abteilung für Terrorismusprävention. Als österreichischer Botschafter bei der UNO-Dependance setzt sich deshalb auch Thomas Stelzer mit dem Kampf gegen El Kaida und Co auseinander. Vor drei Jahren trug Stelzer als Initiator eines Symposiums dazu bei, dass von Wien aus ein globales Anti-Terror-Programm gestartet wurde.

Falter: Alle Welt hat mit den Anschlägen in London gerechnet. Warum konnten die Attentate trotzdem nicht verhindert werden?

Thomas Stelzer: Weil terroristische Anschläge nicht zu verhindern sind. Man kann keine Mauern um Städte herumbauen, einer schlüpft immer durch. Das sieht man


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