Kommando retour

Politik | GERALD JOHN und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

SPÖ Bislang legten die Roten in der Opposition auf ein liberales Image Wert. Jetzt schwenken sie wieder auf einen harten Kurs in der Ausländerpolitik ein. Die Chronologie eines Rückziehers. 

Der Flüchtlingsverein Asylkoordination rückte mit Mistkübeln an. Die Sozialistische Jugend und der rote Studentenverband marschierten als kettenrasselnde Kerkermeister auf. Die Volkshilfe verbarrikadierte den Zugang mit einem Krankenbett. Und ein Doktor Seltsam fuchtelte mit einem selbstgebastelten Apparat zum Zwangsernähren herum: Sein Kakaopackerl, aus dem meterlange Schläuche wuchsen, sollte hungerstreikende Flüchtlinge das Fürchten lehren.

  Zumindest die älteren SPÖ-Abgeordneten dürften letzten Donnerstag eine Art Déjà-vu erlebt haben, als sie sich, an Dutzenden Aktionisten vorbei, durch den Eingang des Parlaments drückten. Wütende Proteste gegen die SPÖ vor dem hohen Haus - das gab's zuletzt in der Ära Karl Schlögls. Damals, in den Neunzigern, hatte der rote Innenminister


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