CANETTI SCHIMPFT

"Raunzer, Karpfen, Gotteswurst"

Kultur | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

Elias Canettis Tagebücher sind seit kurzem einsehbar. Darin erweist sich der Literaturnobelpreisträger als grenzenloser Spötter, der auch über Freunde und Bekannte seinen Hohn ausschüttet. Canetti über ...

... Theodor W. Adorno: "Ekelhaftestes Beispiel eines Philosophen."

... Thomas Bernhard: "Statt singen hat er keifen gelernt." "Ganghofer mit negativem Vorzeichen."

... Ernst Bloch: "Eine Blattschneider-Ameise. Ein hundertjähriger Expressionist. Ein apokalyptisches Salzfass. Eine gefüllte Paprika. Eine Gotteswurst. Ein Fahrrad für hundert, jeder in eine andere Richtung tretend."

... Heimito von Doderer: "Zu sich selbst immer verlogen (Historiker)."

... Friedrich Dürrenmatt: "Kolportage, sonst Wedekind + Brecht"; "Einfälle plump wie Schulaufsätze."

... Hans Magnus Enzensberger: "Die kleinliche Meinung, dass alle Literatur tot sei, wurde in pathetischen Worten als Proklamation gefasst, auf kostbares Papier gedruckt und so ernst und feierlich diskutiert, als handle es sich um ein komplexes,

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