KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

Die Künstlerin Catherine Sullivan ist ausgebildete Schauspielerin und benützt ihr Wissen über diese Profession als Ausgangspunkt für Videos und Performances. Im Fokus von Sullivans Arbeit steht die Frage nach Selbstbestimmung und individuellen Ausdrucksmöglichkeiten - dafür setzt sie aber das krasse Gegenteil in Szene. So hat sich die amerikanische Künstlerin früher mit Rhetorik und den Regeln einer überzeugenden Körpersprache beschäftigt. Bei ihrer aufwendigen Filminstallation "The Chittendens" in der Secession (bis 4.9.) rückt Sullivan schauspielerische Gestik ins Zentrum. Hier werden keine Geschichten erzählt und keine Identifikationsfiguren angeboten. Auf mehreren Projektionen führen Schauspieler übertriebene Grimassen und Bewegungen aus. Die Körper durchfährt ihr Darstellungsauftrag wie ein Tick; nur Wortfetzen wie "en garde" oder "no, no" sind zu hören. Sullivans hysterischer Figurentanz basiert auf einer Choreografie, bei der jedem Schauspieler Posen nach einem


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