STADTRAND

Zurücknerven!

Stadtleben | aus FALTER 28/05 vom 13.07.2005

Wenn mich fremde Leute auf der Straße ansprechen und mich fragen, ob mir Tierschutz wichtig sei, gehe ich grundsätzlich davon aus, dass diesen Leuten Tierschutz nicht so wichtig ist. Zumindest nicht ganz so wichtig wie die Kohle, die sie mit meiner Unterschrift verdienen könnten. Fundraising heißt die Pest, die hoffentlich nicht nur mich seit geraumer Zeit schon nervt. Ein paar Minuten für Greenpeace, kurz Zeit für Vier Pfoten, für arme Kinder oder amnesty? Nein. Habe. Ich. Nicht. Nicht, wenn man mich blöd von der Seite anquatscht, auf die Tränendrüse drückt, einen auf Bürgerinitiative macht und mich dabei abzocken möchte. Doch ab sofort wird zurückgenervt! Gnadenlos stelle ich Gegenfragen, behaupte, dass ich kein Konto habe, und wenn ich dann für die Keiler nicht mehr interessant bin, frage ich erst recht, wieso. Auch gut: Fragen, was man so als Fundraiser verdient, fade Geschichten erfinden oder einfach, statt zu unterschreiben, Blümchen aufs Formular kritzeln. Solang mich wer im Auftrag dieser Organisationen auf der Straße anquatscht, gibt's von mir kein Spendengeld mehr. Nicht einen Cent. C. W.


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