FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 29/05 vom 20.07.2005

Ich wittere eine bigotte Verschwörung. Zuerst drehen uns die Serienverantwortlichen des ORF die beste Serie aller Zeiten, die "Sopranos", nach der dritten Staffel ab, und jetzt wird auch noch "Six Feet Under" aus dem Programm gekickt - angeblich wegen schlechter Quoten. Kein Wunder, wurden doch beide international ausgezeichneten Formate bei uns elegant ins Nachtprogramm verräumt. Nicht nur, dass es für den Serienfan brutal ist, mittendrin, vor Staffel vier, aufhören zu müssen, Koitus interruptus nichts dagegen. Die Sache scheint auch Methode zu haben. "Sopranos" und "Six Feet Under" erzählen Familiengeschichten abseits der heilen Welt. Serien, in denen die lieben Papas Mörder und die toughen Schwiegertöchter Nymphomaninnen sind. Und das dürfte manchen Serienmenschen zu wenig katholisch sein. Dafür gibt's für verlogenen Schmus wie "Die himmlische Familie" immer wieder einen netten Sendeplatz: Kleinstadt-Reverend mit perfekter Großfamilie rettet täglich die Welt. Ein Albtraum, für George Bush gemacht. (Vox zeigt ab Herbst die vierte Staffel von "Six Feet Under").


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