KUNST KURZ

NICOLE SCHEYERER | Kultur | aus FALTER 29/05 vom 20.07.2005

Der Künstler und Theaterregisseur Tadeusz Kantor (1915-1990) war für die polnische Szene eine ungeheuer wichtige Figur. Der gelernte Maler inszenierte während der NS-Herrschaft Theaterstücke, obwohl die Nazis jegliche künstlerische Tätigkeit bei Todesstrafe verboten hatten. 1948 organisierte er in Krakau die erste Ausstellung für moderne Kunst. Mit der Schau "Das unmögliche Theater" (bis 3.11.) präsentiert die Kunsthalle jetzt Ausschnitte aus Kantors Werk und geht seinem Einfluss auf zeitgenössische Künstler nach. Für sein absurdes Theater setzte Kantor Schauspieler auf eine marionettenhafte Weise ein. Diese Methode verdeutlichen Zeichnungen wie "Menschen-Attrappen", in denen Körper eng mit Gegenständen verschmelzen. Kantors spannende Arbeit "Emballagen" hält vielfältige Verpackungen, von Zwangsjacken bis zu Holzkisten, fest. In seinen Aktionen spielt Kantor mal einen Anatomen (nach Rembrandt), mal wickelt er einen jungen Mann in Mullbinden (nach Schwarzkogler?) ein.

  Unheimlich

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