Kaltes, trübes Wasser

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 29/05 vom 20.07.2005

FILM Mit "Young Adam" ist David Mackenzie eine Romanverfilmung des schottischen Beatpoeten Alexander Trocchi geglückt. 

Alles in diesem Film wirkt feucht und erdig. Das Deck der - ironischerweise - "Atlantic Eve" getauften schottischen Frachtbarke; die Ziegelmauern der Fabriken und Arbeiterunterkünfte, die die Kanäle säumen; ja selbst der Kohlenstaub unter den Fingernägeln des introvertierten Bootsgehilfen Joe alias Ewan McGregor. Gleich in der ersten Einstellung werden Schwäne durchs trübe Glasgower Hafenwasser von unten betrachtet. Auch keine wirklich hübsche Aussicht, die wir uns da - wie eine Unterwasserkamerafahrt zeigt - mit der Leiche einer jungen Frau teilen.

  Es war sicher kein Leichtes, "Young Adam", den sechsten Roman des von William Burroughs, Norman Mailer und Timothy Leary beeinflussten schottischen Underground-Autors Alexander Trocchi aus dem Jahr 1954, zu verfilmen. Zwar ist in Rezensionen schon immer die Rede von Trocchis "cinematischem", soll heißen extrem


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