"Sie gaffen noch immer"

JULIA ORTNER | Stadtleben | aus FALTER 29/05 vom 20.07.2005

GEHÖRLOSE Das Parlament hat jetzt die Gebärdensprache in der Verfassung verankert. Gehörlosenbund-Chefin Helene Jarmer über Gaffer, Kinder, die keine Chance kriegen, und die Blindheit der Hörenden. 

Na klar, Witze, Poesie, Grammatik, Vorarlbergerisch, Wienerisch, alles dabei. Helene Jarmer redet sehr schnell. So flott, dass ihre Dolmetscherin manchmal einen Gang zulegen muss, wenn Jarmer erklärt, das die Gebärdensprache eine Sprache ist genauso wie die deutsche Lautsprache auch. Die 33-jährige Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes und Universitätslektorin am Institut für Sonder- und Heilpädagogik ist es in ihrem Arbeitsleben gewohnt, mit Sprache möglichst ökonomisch umzugehen. Kommunikation mit der hörenden Welt ist nichts Selbstverständliches.

  Dolmetscher nimmt Jarmer auch zu ihren regelmäßigen Treffen mit heimischen Politikern mit, bei denen sie sich für die Anliegen gehörloser Menschen einsetzt. Jetzt haben die Gehörlosen einen ersten großen Erfolg

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