GEHÖRLOS IN ÖSTERREICH

"Fehlerhafte Menschen"

Stadtleben | aus FALTER 29/05 vom 20.07.2005

Eine gehörlose Frau hat immer wieder dasselbe Problem mit Ärzten: Sie wird nicht gefragt, was ihr fehlt, einfach untersucht. Oder sie bekommt kommentarlos Rezepte, der Arzt sagt nichts dazu und beantwortet ihre Fragen nicht. Eine andere Frau arbeitet im Büro eines Landeskrankenhauses am Computer, geht in Karenz und bekommt nach der Karenzzeit nur mehr einen Job als Putzfrau.

  Der neue Diskriminierungsbericht der österreichischen Gebärdensprachgemeinschaft zeigt erstmals Fälle wie diese auf, es ist auch der erste derartige Bericht weltweit. Österreichs Ärzte sehen Gehörlose demnach oft als "fehlerhafte Menschen", in Schule, Ausbildung, Arbeitswelt und Alltagsleben werden die Betroffenen häufig nicht für voll genommen, als "beschränkt" abgeurteilt und benachteiligt. "Vorher war vielen nicht einmal bewusst, dass sie immer wieder diskriminiert werden", meint Gehörlosenbund-Präsidentin Helen Jarmer. Ins Kino gehen und dann feststellen müssen, dass wieder mal die versprochenen


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