Kommentar

Salzburger Festspiele: die große Illusion

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 30/05 vom 27.07.2005

Am Sonntag wurden die Salzburger Festspiele eröffnet. Gut, das werden sie seit 1920 fast jeden Sommer. Neu daran war, dass die für die Eröffnung verantwortliche Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) entgegen langjähriger Praxis heuer darauf verzichtet hatte, einen Festredner zu engagieren. Stattdessen zeigten Intendant Peter Ruzicka und der neue Schauspielchef Martin KusÇej im Rahmen der Eröffnungsmatinee "Häppchen" aus dem Angebot der kommenden fünf Wochen, wobei insbesondere die Präsentation des Schauspielprogramms ziemlich überzeugend geriet: KusÇej hatte eine Collage aus sechs verschiedenen Stücken - von "König Ottokar" bis "Jedermann", von "Othello" bis "Penthesilea" - zusammengestellt, die den inhaltlichen Bogen des Programms effektvoll sichtbar machte.

So weit, so gelungen. Dennoch wurde rund um die Eröffnung wieder einmal Kritik laut. Der Schriftsteller Robert Menasse wetterte gegen "Verdummung" und "intellektuelle Ignoranz" und hielt am Tag danach im Salzburger Museum


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