Nie mehr Coole!

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 30/05 vom 27.07.2005

JUGENDKULTUR Was heißt hier cool? Während die Ausstellung "Coolhunters" sich mit Stilmerkmalen der Jugend von heute beschäftigt, werden die Jagdmethoden der Markenindustrie immer subtiler.

Hinter Kennyboy sind alle her. Er ist mit dem Skateboard aufgewachsen und weiß, wie 14-Jährige das Brett über das Geländer schleifen, mit welcher Haarfarbe sie die Haarspitzen ihres Irokesen behandeln. Er kennt die Logos auf den Basketballshirts der Breakdancer und die von Human Beatboxern (das sind die, die mit dem Mund HipHop-Beats erzeugen) getragenen Old-School-Hüte. Seine Sportkleidung stopft er in eine Crumpler-Tasche, bevor er sich eine Dose Red Bull aufmacht. Kennyboy ist ein Alphakonsument, der Fotos von seiner Geburtstagsparty an eine New Yorker Agentur schicken könnte. Denn er lebt vor, was in der nächsten Saison zum Mainstream wird, vielleicht. In den Augen der Marktforschung gilt Kennyboy als cool.

  Die Ausstellung "Coolhunters" im Künstlerhaus stellt die Welt dar, in der Kennyboy


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