AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 30/05 vom 27.07.2005

Das Paradies ist nebenan", so hieß ursprünglich der deutsche Titel von Cees Nootebooms Debütroman "Philip en de anderen" nach einem Zitat aus dem Buch. Und: "Ich habe einen Blick hineingeworfen." Das ist mittlerweile fast ein halbes Jahrhundert her. "Paradies verloren", der Titel von Nootebooms jüngstem Roman, legt nahe, dass ihm, so wie John Milton in seinem Versepos gleichen Titels, diese Einsicht womöglich verloren gegangen ist. Von der Resignation eines alternden Dichters ist allerdings auf den knapp 160 Seiten wenig zu spüren, deren rätselhafte Schlüsselperson eine junge deutschstämmige Frau aus São Paulo ist. Nachdem Alma Opfer einer Vergewaltigung wurde, beschließt sie mit ihrer Freundin, einen Jugendtraum wahr zu machen und nach Australien zu reisen. Ihr imaginiertes Paradies zeigt sich allerdings nur schwer zugänglich - trotz einer irgendwie befreienden Affäre, die Alma mit einem Aborigine hat. Aus ganz anderer Perspektive ist dann die zweite, bessere Hälfte des Romans


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