KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 30/05 vom 27.07.2005

Das Gemälde "Mädchen mit Reißschiene" (1929) spricht Bände: Die junge Frau hat die Schultern schüchtern hochgezogen und lächelt verunsichert, als hätte sie sich zu viel herausgenommen. Um 1920 wurden im deutschen Sprachraum die ersten Frauen zum Architekturstudium zugelassen, die wenigsten von ihnen konnten jedoch jemals etwas bauen. Mit der Ausstellung "Die Neuen kommen!" im Ringturm (bis 2.9.) soll der weibliche Beitrag zur architektonischen Avantgarde gewürdigt werden. Viele der Frauen - wie die Wienerin Friedl Dicker oder die nach Kalifornien emigrierte Liane Zimbler - arbeiteten im Grenzbereich von Design und Innenarchitektur. Wie stark das "Neue Wohnen" in den Kompetenzbereich von Frauen fiel, dokumentieren die gezeigten Filme: Die Frankfurter Küche von Margarethe Schütte-Lihotzky, deren rationelle Arbeitsvorgänge hier rührend vorgeführt werden, präsentiert die Ausstellung auch im Original. Die Schau basiert auf einem Forschungsprojekt von Ute Maasberg und Regina Prinz;


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