Ins Gebet genommen

Politik | FLORIAN KLENK, NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 31/05 vom 03.08.2005

ISLAM Um Fundamentalismus zu bekämpfen, brauchen Muslime moderne Prediger. Drei Wiener Imame über Extremismus, Emanzipation, göttliche Strafen und die mitunter abenteuerlichen Weltbilder ihrer Glaubensbrüder. 

Omar Al Rawi wischt sich den Schweiß von der Stirn. Langsam, aber sicher nervt ihn diese Frage. "Zum hundertsten Mal" wird der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft dieser Tage von Journalisten gelöchert: Ob es denn Hassprediger in Wien gäbe? Nein, die gibt es nicht. Nein, er kennt keine.

  Aber es ist nicht nur dieses Begehr, das den gebürtigen Iraker in Wallung bringt. Al Rawi, heute Gemeinderat der SPÖ und einst vor Saddam Husseins Folterbanden geflohen, erklärt: "Ich hab bald keine Kraft mehr!" Mit versteckten Tonbändern kämen Redakteure nun in Wiener Moscheen, obwohl ihnen Al Rawi ohnehin Tür und Tor öffnet und bereitwillig Interviews mit den Geistlichen vermittelt. Zum Dank dafür wird er in den Internetforen bereits als "roter Mullah"

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