Kommentar

Wiener Museen: Geiz ist geil!

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 31/05 vom 03.08.2005

Man nennt sie auch die MQ-Zwillinge: Das weiße Leopold Museum und das schwarze Museum moderner Kunst (Mumok). Von der Struktur her sind sie nämlich ident: Sie haben gleich viel Ausstellungs- und Büroflächen, gleich große Lager, dieselben Betriebskosten. Aber warum können Zwillinge so verschieden sein?

Der Sommerhit des Mumok liegt im MQ-Hof vergraben. Er ist eine leere Betonbox, deren beleuchtetes Inneres mit Mikrofon und Kamera auf einen Monitor in einem Ausstellungsraum übertragen wird. 700.000 Euro gab die Österreichische Stiftung Ludwig für die Installation "Audio-Video Underground Chamber" (1972/74) von Bruce Nauman aus. Sensation: 700.000 Euro für eine trübe Mattscheibe! Das Medieninteresse hielt sich dennoch in Grenzen.

Ganz anders das Leopold Museum: Hier hat man wieder einmal seine Klimtschielekokoschka-Bestände umgruppiert und ihnen den Titel "Die Nackte Wahrheit" gegeben. Der eigentliche Aufreger aber war eine PR-Aktion vorigen Freitag. Besucher, die an der Kassa die


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