"Niemand glaubt Blair"

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 31/05 vom 03.08.2005

LITERATUR Der englische Schriftsteller Julian Barnes wird dieser Tage mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet. Mit dem "Falter" sprach er über die Alte Welt und das Altern, über Blair, Beckham und die Bombenanschläge auf London sowie über seinen jüngsten Erzählband. 

Julian Barnes, 59, verkörpert den guten Briten. Also alles das, was nicht mit Hooliganismus, Kampftrinken, Fuchsjagd und isolationistischer Engstirnigkeit zu tun hat. Barnes ist der lebende Beweis dafür, dass England doch in Europa liegt. Der Roman, der ihn berühmt gemacht hat, "Flauberts Papagei" (1984, deutsch 1987), ist der beste Beleg dafür: eine kluge, witzige, aber auch anrührende Reflexion über das Werk des französischen Romanciers, über den Zusammenhang von Biografie und Schreiben sowie über betrogene Ehemänner. Barnes' Frankophilie manifestierte sich danach unter anderem auch in den Erzählungen "Dover - Calais" (1996) oder dem Essayband "Tour de France" (2002/2003).


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