OHREN AUF! Heftige Himmelfahrt


KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 31/05 vom 03.08.2005

Wenn ich in den letzten Jahren ein Faible für das (hierzulande von Trost vertriebene) Label Atavistic entwickelt habe, dann liegt das in erster Linie daran, dass der schon angsthaft umtriebige und produktive Chicagoer Saxofonhüne Ken Vandermark dort seine Alben herausbringt. Über die limitierte 12-CD-Box "Alchemia" wird allerdings gesondert zu reden sein, und das nächste Doppelalbum der Vandermark erscheint erst in 41 Tagen.

Muss man eben zu anderem Stoff greifen, zum Beispiel zu Gush, deren Saxofonist Mats Gustafsson bekanntlich auch ordentlich was wegblasen kann. Auf "Norköpping" gibt sich der schwedische Krafttröter gemeinsam mit Sten Sandell (p) und Raymond Strid (dr) in Stücken von tendenziell epischer Länge aber vergleichsweise zurückhaltend: kein schwerer Funk, kein haltloses Powerplaying, stattdessen eine ephemere und pointillistische Mikrodramaturgie, die sich dann an repetitiven Patterns entzündet, um nach der Eruption in postorgasmischer Melancholie zu verdämmern.

Die

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