Blue Muun

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 31/05 vom 03.08.2005

THEATER Die von zwei Schleef-Schauspielern gegründete Muunkompanie fährt über die Dörfer und bringt chorisches Theater unter die Leute. Diesen Sommer macht die Truppe erstmals in Wien Station. 

Man muss sich Herrn Casanova als unglücklichen Menschen vorstellen. "Er war klug. Er liebte Frauen. Er war der Prototyp von einem Mann. Er war ein cooler Hund, ein lässiger Typ, ein Stecher. Keine Frage, all das war er." Und doch wird Giacomo Casanova (1725-1798) in der neuen Produktion der Muunkompanie als tragischer Held charakterisiert. Die Inszenierung beginnt damit, dass ein kleines Mädchen das "Hohelied der Liebe" aus dem Neuen Testament aufsagt: "Wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts."

  Der berühmteste Erotomane aller Zeiten als romantische Figur? Eine überraschende Interpretation. Noch ungewöhnlicher ist die Form, in der das Stück erzählt wird: Das achtköpfige "Casanova"-Ensemble (drei Schauspielerinnen,


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