Alte Donau: Langsam wachs' ma zam

aus FALTER 32/05 vom 10.08.2005

Eigentlich ist die Alte Donau ja die echte Donau. Der ehemalige Haupt arm wurde 1870 bis 1875 im Zuge der großen Donauregulierung vom restlichen Fluss abgetrennt und gehört mit einer Fläche von 1.6 Quadratkilometern zu den größten Gewässern der Stadt – beliebtestes Badewasser ist die Alte Donau mit elf Strandbädern, Segel- und Surfschulen sowieso. Vor allem seit sich die Wasserqualität in den letzten Jahren merklich gebessert hat.

Nachdem vor zehn Jahren Algen die Alte Donau kippen ließen, brach die Unterwasserpflanzenwelt fast vollständig zusammen. Schlecht, denn entgegen der landläufigen Meinung, "Schlingpflanzen" seien erstens bäh und zweitens Indikator für mieses Badewasser, ist das Wachstum von Unterwasserpflanzen, den sogenannten Makrophyten, gerade ein Zeichen für gute Wasserqualität da sie Sauerstoff produzieren. Nährstoffe binden und für die Selbstreinigung des Wassers sorgen. Sogar die hoch wachsenden Arten, die beim Schwimmen so fies am Bauch kitzeln, sind ökologisch gesehen wichtig, einfach abmähen oder ausreißen spielt‘s also deshalb nicht. Bis siebzig Zentimeter über Grund werden die lang wachsenden Makrophyten deshalb nur abgeschnitten, zwei Mähboote sind dafür von April bis Oktober im Einsatz. demnächst soll noch ein drittes dazukommen. Ziel ist einerseits, dass auch niedrig wachsende Wasserpflanzen genug Licht bekommen, aber auch Wassersportler sich nicht grausen müssen. In Sachen Wasserqualität prüft man übrigens regelmäßig beim Institut für Umweltmedizin der Stadt Wien auch die Alte Donau. Außer am Südstrand des Gänsehäufel, wo die Belastung mit "coliformen Bakterien" überdurchschnittlich hoch ist, hat das Wasser hier hervorragende Qualität. Natürlich auch wegen der "Schlingpflanzen".


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