Was ist gerecht?

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 32/05 vom 10.08.2005

SOZIALPOLITIK Die soziale Gerechtigkeit, eine der ältesten Menschheitsfragen überhaupt, ist neuerdings wieder das zentrale Thema aller politischen Debatten. Doch was ist darunter überhaupt genau zu verstehen? 

Zwei Argumentationslinien, die praktischerweise auf das Gleiche hinauslaufen, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten durchgesetzt. Die erste lautete: Ungerechtigkeit muss leider sein. Nur in Gesellschaften, in denen die Reichen so richtig reich werden dürfen, werde eine ökonomische Dynamik in Gang gesetzt, von der letztlich alle profitieren. Die zweite Gedankenreihe ging etwa so: Schroffe Ungleichheiten sind gar nicht ungerecht, sondern gerecht. Freiheit verträgt sich nicht mit Gleichheit. Wer mehr aus sich und seinem Leben mache, der hat auch Anspruch auf Pool, Prunk und Privatjet.

  Doch jetzt ist "eine der ältesten Menschheitsfragen" überhaupt (Die Zeit) wieder da - die nach der sozialen Gerechtigkeit. Etwa im deutschen Wahlkampf: Weil ihm die neue Linkspartei ordentlich


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