Kommentar

Netrebko: Bitte kein Kulturpessimismus!

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 32/05 vom 10.08.2005

Wenn es nicht im Fernsehen war, ist es nicht wahr - behaupten die Anhänger der Television. Aber natürlich stimmt es auch ohne Liveübertragung: Die Sopranistin Anna Netrebko hat vergangenen Sonntag bei der vielbeworbenen Salzburger Premiere von Verdis "La Traviata" wirklich toll gesungen, und der Tenor Rolando Villazón war ihr nicht nur ein musikalisch gleichwertiger Partner, sondern schauspielerisch sogar überlegen. Auch die kleineren Partien waren - etwa mit Bariton Thomas Hampson - sehr gut besetzt, und an der intelligenten Regie von Willy Decker gab es überhaupt nichts auszusetzen.

Der ORF hat also tatsächlich richtig entschieden und für eine seiner selten gewordenen Opernübertragungen eine ausgezeichnete Aufführung ausgewählt. Es wird ja wohl niemand erwartet haben, dass das Drumherum nicht peinlich ausfallen würde. Mal abgesehen von dem inferioren Softpornobeitrag zum Thema "Kameliendame": Die Moderatoren Barbara Rett, Christoph Wagner-Trenkwitz und Franz Zoglauer wirkten

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