Schokostruwwelpeter

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 32/05 vom 10.08.2005

FILM Tim Burtons opulente Verfilmung "Charlie und die Schokoladenfabrik" korrigiert elterliche Erziehungsfehler auf politisch unkorrekte Weise. 

The best kind of prize is sur-prise" - "Überraschung ist der größte Preis", meint Chocolatier Willy Wonka einmal und bringt es damit auf den Punkt: Auch Roald Dahl (1916-1990) gab unerwarteten Wendungen den Vorzug vor moralischer Subtilität. Der Verfasser sarkastischer, schwarzhumoriger Short Storys und von Kinderbuchklassikern wie "Matilda" oder "James und der Riesenpfirsich" konnte auf Differenziertheit in der Charakterzeichnung zur Not ganz gut verzichten. Wobei sich die Fieslinge nicht notwendig aus der Erwachsenenwelt rekrutieren: In "Charlie and the Chocolate Factory" (1964) sind die Konkurrenten des kleinen, aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Titelhelden allesamt grauenhafte, verzogene Fratzen, die man jederzeit aus dem Bus treten würde.

  Regisseur Tim Burton hat sichtlich Spaß am Stereotypen und kümmert sich keinen Deut


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