PHETTBERGS PREDIGTDIENST

Auf der Suche nach Hilgefort

Stadtleben | aus FALTER 32/05 vom 10.08.2005

... Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen ...

Röm 11,13-15, 29-32 (Evangelium am 20. Sonntag im Jahreskreis eines Lesejahres A)

Zur Salzburger Eröffnung brachte das Fernsehen einen Bericht über die Geschichte der Salzburger Kirchenprovinz, deren Fürsterzbischöfe halbe Päpste gewesen sein sollen. Da erschien Hilgefort OP, der Dominikaner, der mich in der Hauptschule in Religion unterrichtete, er sitzt jetzt in Friesach, in dem großen Dominikanerkonvent, und er war mir ganz aus dem Sinn gekommen. Fulko Hilgefort, der schönste denkbare Name. Ich kreuzte ein zweites Mal seinen Weg, in irgendeinem Stift in Oberösterreich, wo ich ihn ausdrücklich aufsuchte und um Rat fragte, ob ich Geistlicher werden sollte, damals. Ich glaube, er hat mir eher abgeraten, sehr klug und sehr einfühlsam. Ein großer, weiser Mann. Und nun, im Jahre 2005, fährt mir der Name wieder ins Gedächtnis: Fulko Hilgefort OP! So lange ich mit Geistlichen zu tun hatte, niemals hat mich irgendwer unsittlich angesprochen, nicht im Entferntesten und nicht im Geringsten. Ich begegnete nur einfühlsamen, klugen oder zumindest korrekten Geistlichen. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich nicht begehrenswert bin.

  Ich werde im Jenseits, woran ich nicht glaube, am Jüngsten Tag dann erzählen, ich sei vielen begegnet, aber keiner wirklichen Sünde. Auf der Suche nach Hilgefort im Gedächtnis vom Weg abgekommen. Einsam in meinem Leben verirrt. Ich sei auch nie wirklich überrascht worden. Die heiligen Männer waren heilig und die Obszönen obszön. Alle taten, was draufstand an ihren Orten. Ich wurde nie überrascht.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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