Ehre der McCorleones

Vorwort | BERND DÖRLER | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

KOMMENTAR Die IRA legt die Waffen nieder. Macht sie als Verbrecherorganisation weiter? 

Die dunkle Tasche, die der nordirische Katholik Sean Kelly unauffällig in einem Fischladen auf der Belfaster Shankill Road zurückließ, war vollgepackt mit Sprengstoff. Als sie zur Hauptgeschäftszeit explodierte, starben neun Menschen, darunter zwei kleine Mädchen. Die Opfer waren alle Protestanten, denn die Shankill Road und die umliegenden Straßenzüge im armen Norden der Hauptstadt sind ausschließlich Protestantenland. Katholiken gingen dort nur zum Killen hin. Wie Sean Kelly, der Aktivist der Irish Republican Army (IRA). Für den Anschlag vor zwölf Jahren, welcher einer der grausamsten Höhepunkte des blutigen Religionskonflikts im Herrgottswinkel Europas markierte, erhielt der Terrorist 1995 neunmal lebenslänglich. Seit vergangener Woche ist er wieder frei.

  Seine Amnestie war ein Tauschgeschäft, eine der schmutzigen Vorbedingungen eines Deals zwischen der IRA und der britischen Regierung,


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