PRESSESCHAU

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

Gut, dass es Journalisten gibt, die auf die Menschen schauen. Gleich zwei Blätter zeigten der SPÖ vergangene Woche, dass die Politik mit den Wählern nicht so frech umspringen darf. Den Sozialdemokraten war nichts Blöderes eingefallen, als eine Parlamentssondersitzung zur Jobkrise einzuberufen. "Statt der Familienserien ,Reich und schön' bzw. ,Bianca' bekommt der zahlende Fernsehkonsument Schüssel, Gusenbauer, Khol und Co. serviert", schimpfte die Kronen Zeitung. Auch der Kurier regte sich auf, weil es statt Telenovelas "Gorbach lesend; Gehrer mit vereisten Lippen dauerlächelnd; Cap zwischenrufend; Gusenbauer um Populismus bemüht" gab. Wenn die Roten schon so unverschämt sind und ihre demokratischen Rechte als Oppositionspartei nutzen, wieso nicht wenigstens vor 9 Uhr? Da spielt es nur das Wetter-Panorama und das wollen nicht einmal Journalisten sehen. Bleibt eine Frage: "Freunde fürs Leben" steht um 14 Uhr am ORF-Programm, "Reich und schön" startet 25 Minuten später, "Bianca" folgt ab 15.10 Uhr - wann arbeiten die Telenovela-Fans in den Krone- und Kurier-Redaktionen eigentlich?


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