Kommentar

Buchdesign: Rache für Willy Fleckhaus!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

Dieser Tage erscheint der neue Roman von Philip Roth auf Deutsch: "Verschwörung gegen Amerika". Nach "John Henry Days" von Colson Whitehead ist dies nun das zweite innerhalb eines Jahres erschienene Buch des Hanser Verlags mit einer Briefmarke als Covermotiv. Okay, das mag brancheninsiderische Erbsenzählerei sein, aber mir fällt so was auf. "Äh bäh, alles bloß kulturpessimistisches Genöle! Ganze Verlagsketten bestreiten ihr Trashprogramm mit Bildern von jungen Männern in Föhnfrisuren, die jungen Damen von hinten auf den Nacken küssen (die entsprechenden Romane werden deswegen auch ,Nackenbeißer' genannt)!" Auf diesen Einwand, den ich hier - ein rhetorischer Trick! - antizipiere, entgegne ich hochmütig: Schmarr'n soll als Schmarr'n daherkommen, aber gute Literatur verdient eine gute Verpackung.

"You can't judge a book by it's cover", hat Bo Diddley einst gesungen, aber der Mann versteht nichts von Büchern. Seit Jahren behaupten Sachbuchredakteur Klaus Taschwer und ich das Gegenteil.


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