Mister Außenseiter

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

FILM Textgetreuer geht's nicht: Mit "Tony Takitani" hat Jun Ichikawa erstmals eine Vorlage des japanischen Bestsellerautors Haruki Murakami verfilmt. 

Tony Takitani war wirklich Tony Takitanis richtiger Name." Mit diesem Max-Frisch-würdigen Satz ließ Haruki Murakami vor gut zehn Jahren seine Kurzgeschichte "Tony Takitani" beginnen. Der japanische Werbe- und Dokumentarfilmer Jun Ichikawa hat diese Geschichte nun verfilmt; und auch er stellt diese Worte an den Anfang, bilden sie doch die Grundlage für jenen Gemütszustand, um den es in Text und Film vor allem geht: die Zerrissenheit und Entfremdung des Titelhelden.

  Wie Autor Murakami selbst wird auch seine Figur Tony Takitani Ende der Vierziger, wenige Jahre nach den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki, in ein von den Amerikanern besetztes Japan geboren. Sein Vater, Shozaburo Takitani, als Jazzposaunist amerikanischen Einflüssen nicht abgeneigt, nennt den Sohn ohne viel Aufhebens "Tony" und setzt so sein Kind Hänseleien


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