Ottokar im Golf-Krieg

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

THEATER Mit "König Ottokars Glück und Ende" bestätigt Martin KusÇej bei den Salzburger Festspielen seinen Ruf als Grillparzer-Spezialist. Auch als Schauspieldirektor macht der Regisseur ziemlich gute Figur. 

Man würde gerne wissen, wie Tobias Moretti reagiert hat, als ihm Regisseur Martin KusÇej eröffnete, dass der Hauptdarsteller am Beginn der Aufführung gemeinsam mit einem Schäferhund auf der Bühne sein wird. Tatsächlich fängt KusÇejs Inszenierung von Franz Grillparzers "König Ottokars Glück und Ende" mit einem Prolog an, in dem der König auf seinem Thron von düsteren, schwülen Albträumen geplagt wird. Ein riesiger Hund streunt über die Bühne, eine Frau setzt sich auf Ottokars Schoß, um sich von ihm nehmen zu lassen. Eine hypnotisierende Stimme aus dem Off - "You will now listen to my voice!" - versetzt den König in Trance. "Wenn ich bis zehn gezählt habe, wirst du in Europa sein." Noch bevor das Stück beginnt, hat KusÇej ihm schon einen entscheidenden Drall

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