Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

Sex

Sommerbrüste (6) Das einzige Gedicht, das ich im Gymnasium gelernt habe und immer noch auswendig kann, stammt weder von Goethe noch von Ovid, sondern aus anonymer Quelle. Ein unbekannter Poet hatte mit Kugelschreiber Verse in eine Schulbank gemeißelt, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen: "Nicht dass ich mich der Küste brüste / An der ich ihre Brüste küsste. / Ich will nur Dank dem Lande sagen / Wo wir so weich im Sande lagen." Dieses Gedicht ist eine gute Schule. Man lernt daraus, wie man am besten den Sommer verbringt: an Küsten, mit Brüsten. W. K.

Fussball

Energie Wien Mit dem Kommunismus sind auch einige schöne Vereinsnamen aus Fußball-Europa verschwunden, man denke an Chemie Halle, Traktor Plovdiv oder Stahl Linz. Einige Vereine aber haben ihre Namen über die Wende gerettet, etwa Energie Cottbus oder auch Lok Moskau, Rapids Gegner in der Qualifikation zur Champions League. Der russische Meister ist übrigens tatsächlich ein Eisenbahnerclub geblieben: "Russian Railways" steht auf den Dressen. Auf den Rapid-Trikots steht "Wien Energie". Gut möglich also, dass die Moskauer die Wiener für einen DDR-Club gehalten haben. W. K.

Mädchenzimmer

Mein großer Bruder (6) Jetzt soll keiner glauben, mein bester Freund sei einer von diesen unpolitischen Hedonisten, die sich nur für schöner leben und schöner essen interessieren. Nein, der Mann hat noch politische Ideale, da schaust du. Seinen politischen Langzeitplan konnte er allerdings noch nicht in die Realität umsetzen: Mit 35 (ab dann ist es verfassungsrechtlich möglich) wollte er zur Bundespräsidentenwahl antreten und natürlich UHBP werden. Er als Heinz Fischer und ich als sein Bürochef Bruno Aigner - so haben wir uns das in langen Chelsea-Nächten ausgedacht. Jetzt ist er 37, und Fischer hat seinen Job. J. O.


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