STADTRAND

Falsche Neffen

Stadtleben | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

"Guten Tag, ich bin dein Neffe, erinnerst du dich nicht mehr an mich? Doch? Gut, ich brauche nämlich ganz dringend ein paar Euro. Ich kann aber leider nicht persönlich vorbeikommen und schicke deshalb einen Bekannten, der holt das Geld - wie war nochmal die Adresse?" Es gibt ihn also noch, den bösen alten Neffentrick. Dabei geben sich Fiesmenschen telefonisch als die lang verschollene Verwandtschaft aus und zocken tüchtig ab. Klar, fallen vor allem ältere Menschen auf die falschen Neffen herein; derzeit wieder reihenweise. Da ruft dann ein Wildfremder an, fragt (womöglich noch mit polnischem oder sächsischem Akzent) ein paar Dinge, plaudert ein wenig nett und schon sitzen die Euro-Scheine locker. Haben die Damen und Herren Tante und Onkel denn keine echte Verwandtschaft mehr in petto? Pflegen Verwandte heute keinen Kontakt mehr miteinander, dass so viele dem gemeinen Fake aufliegen? Böse! Okay, das ist jetzt ein kleiner Appell an alle netten Nichten und Neffen: Sofort allen echten enfernten Verwandten, Hallo sagen und - vor allem! - kein Geld schnorren, sondern einfach mal ganz lieb sein. C. W.


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