Fragen Sie Frau Andrea

Das ägäische Klo

Stadtleben | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

Liebe Frau Andrea,

soeben von einem Griechenlandurlaub zurückgekehrt, beschäftigt mich eine Frage: Nach der souveränen Angleichung des Preisniveaus an Kitzbühel muss ich den ägäischen Inseln durchaus auch die Erreichung von Toiletten-Mindeststandards zugestehen. Sogar öffentliche überraschen grundsätzlich durch Sauberkeit, durch Vorhandensein von Waschmöglichkeit und Seife inklusive Papierhandtüchern. Doch eines kann ich mir, trotz langer Erwägung, nicht erklären: Ausnahmslos fehlen die Klobrillen. Sollten sie einer bestimmten Ideologie widersprechen oder gar beliebte Souvenirs sein? Ihren Recherchen sehe ich mit Interesse entgegen.

Mit besten Grüßen,

Peter Strauß, Internet

Lieber Peter,

Griechenland und sein Archipeluniversum wurde nicht nur preislich, sondern auch sanitär von europäischen Standards überrollt. Das traditionelle, in südlichen Breiten verbreitete Hockklo - die porzellanerne, in den Boden eingelassene Kackmuschel - wurde erfolgreich vom anglosächsischen Sitzklosett abgelöst. Die Tradition des Hockens blieb hellenisch, weswegen Griechen auch auf westeuropäischen Toiletten niemals sitzen und logischerweise auch Klobrillen nicht vermissen. Die erwähnten Sauberkeitsfortschritte dürften im wachsenden Hygienebewusstsein der Griechenlandurlauber zu finden sein, der Hauptklientel griechischer Toiletten.

dusl@falter.at


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