Fescher Kasak

Kultur | TEX RUBINOWITZ | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

RUBINOWIEN Diesmal geht's in der "Falter"-Serie um Nebenstraßen der Mariahilfer Straße beziehungsweise um ein ganz bestimmtes Berufsbekleidungsgeschäft dort. 

Wenn die Neubaugasse die kleine Schwester der Mariahilfer Straße ist, dann ist die Kirchengasse die kleinere Schwester der kleinen Schwester. Und je kleiner die Schwestern werden, desto heterogener und individueller wird das feilgebotene Warensortiment. Teure Mieten generieren Austauschbarkeit und Konformität, weil die großen Ketten, welche die großen Straßen dominieren - beziehungsweise deren Kundschaft -, offenbar Angst vor dem Einzelhandel haben beziehungsweise überfordert von ihm sind. Das ist wie in der Werbung: Je größer der Kunde, desto ängstlicher schustert die Agentur paradoxerweise irgendeinen möglichst unauffälligen Mischmasch zusammen.

  Natürlich kann man nur unter großen Schmerzen die Mariahilfer Aorta betreten. Nicht nur wegen des hässlichen und uninteressanten Warenangebots, sondern weil sich niemand


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