TIER DER WOCHE

Erschreckend

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 33/05 vom 17.08.2005

Die ganze Zeit gesungen? Schön!

Dann könnt ihr jetzt auch tanzen geh'n!

(La Fontaine: Fabel von der Grille und der Ameise)

Was ist der wirklich typische Sound des Sommers? Regentropfen, die an das Fenster klopfen? Das ist wohl eher eine überzogene Wahrnehmung von Schönwetterfanatikern, denn im niederschlagsarmen Wien beschweren sich darüber selbst heuer nur notorische Nörgler und sture Stänkerer. Nein, ein sirrendes Surren und Zirpen liegt in den Sommermonaten in der Luft und ist überall in der Stadt zu hören: Heuschreckengesänge. Heutzutage hat man in Europa die Angst vor schwarmartigen Überfällen durch diese Insekten abgelegt und kann sich schon entspannt an dieser ambient music erfreuen. "Musizieren", nennt es der Volksmund und liegt dabei durchaus richtig, denn keine andere Insektengruppe verfügt über so viele verschiedene Melodien wie die Heuschrecken. Doch damit die abendliche Konversation nicht gleich nach geglücktem Start ("Hör mal, Grillen!") in sich zusammenfällt


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